
Übung 1.2b
Das meiste davon ist Gewohnheit
Schau auf deine beiden Energielisten und frag dich, wie viel davon du heute wirklich entschieden hast. Bei den meisten ist die Antwort: fast nichts. Das ist keine Schwäche, sondern eine Ersparnis — nur läuft eben auch das weiter, was dich leert.
Drei Dinge, die Gewohnheiten stärker machen als Vorsätze
- Ein Auslöser statt Motivation. Eine Gewohnheit startet durch etwas Äusseres — eine Uhrzeit, einen Ort, eine Handlung davor. «Nach dem Zähneputzen zehn Minuten lesen» funktioniert. «Ich will mehr lesen» wartet auf Stimmung.
- Wiederholung statt Intensität. Dreimal die Woche zehn Minuten schlägt einmal im Monat drei Stunden. Nicht weil es mehr wäre, sondern weil sich nur die Wiederholung einschleift.
- Umgebung statt Absicht. Was in Reichweite liegt, wird gemacht. Was einen Umweg kostet, unterbleibt. Das gilt in beide Richtungen und ist der schnellste Hebel, den es gibt.
Etwas loswerden
- Such nicht nach Disziplin, sondern nach dem Auslöser. Was passiert jedes Mal davor?
- Dann bau eine Hürde ein: Handy in einen anderen Raum, Süsses nicht im Haus, die App vom Startbildschirm.
- Ein Beispiel, wie weit das gehen darf: Wer abends automatisch vor dem Fernseher landet, kommt mit Vorsätzen selten weiter — mit dem Stecker schon. Fernbedienung in eine Schublade im anderen Zimmer, oder den Stecker ziehen. Nicht, weil Fernsehen schlecht wäre, sondern weil die zwanzig Sekunden Aufwand aus einer Gewohnheit wieder eine Entscheidung machen.
- Und ersetze statt zu streichen. Eine Gewohnheit, die einfach wegfällt, hinterlässt eine Lücke, die sich meistens von selbst wieder füllt.
Häufige Sackgassen
- Zu gross angefangen. Frag dich: könnte ich das auch an einem schlechten Tag? Wenn nein, halbiere es.
- Kein Auslöser festgelegt. Dann ist es ein Vorsatz mit Kästchen daneben.
- Alles gleichzeitig. Zwei neue Gewohnheiten sind das Maximum, das nebeneinander hält.